"Ausbildung zur Kinderschutzfachkraft/Die insoweit erfahrene Fachkraft nach SGB VIII §§ 8a, b und § 4 KKG"
Zertifikatskurs

Ihr Nutzen

Kindeswohlgefährdung liegt vor, wenn das körperliche, geistige und seelische Wohl eines Kindes durch das Tun oder Unterlassen der Eltern oder Dritter gravierende Beeinträchtigungen erleidet, die dauerhafte oder zeitweilige Schädigungen in der Entwicklung des Kindes zur Folge haben bzw. haben können.

Formen von Kindeswohlgefährdung sind:

  • - Vernachlässigung,
  • - physische/psychische Misshandlung,
  • - sexueller Missbrauch sowie
  • - häusliche Gewalt.
Bestimmte Ereignisse oder Situationen folgerichtig einzuschätzen, zu interpretieren und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, stellt eine hohe Verantwortung an die Begleitenden von Heranwachsenden in Bezug auf Handlungs- und Rechtssicherheit.                                                                                                                                                                                 Dieser Kurs befasst sich mit allen Formen der Kindeswohlgefährdung, doch aufgrund der schwierigen Einschätzung von sexuell übergriffigem Verhalten/sexuellem Missbrauch, der besonderen Handlungsableitung und dem sensiblen Umgang mit Opfer und Täter widmet sich vertiefend dieser Thematik der Zertifikatskurs:

Kinderschutzfachkraft//Die insoweit erfahrene Fachkraft nach SGB VIII §§ 8a, b und § 4KKG - Sexualpädagogische Intervention bei sexuell grenzverletzendem Verhalten/sexuellem Missbrauch“
um Sie handlungssicher zu machen. Bei Teilnahme an beiden Kursen wird zusätzlich ein Gesamtzertifikat vergeben – siehe „Abschluss“ am Ende der Ausschreibung.

Alle Referenten haben einen regionalen Bezug zu Sachsen-Anhalt und kennen die jeweiligen Verfahrensweisen der dortigen Jugendämter die von Landkreis zu Landkreis unterschiedlich sein können.

*Dieser Kurs ist anerkannt für die Gewährung von Bildungsurlaub.*


Seminarinhalt

Modul I:
• Einführung in das Thema (u.a. über Fallbeispiele) – Grundlagen, Rahmenbedingungen, Ursachen; Sichtweise und
  Standards des Jugendamtes
  Referenten: Hendrik Möser, Sina Schwerdfeger

• Recht allgemein (Grundgesetz, § 1666 BGB, §§ 8a und b SGB VIII, §4 KKG/Bundeskinderschutzgesetz; Kindeswohl
  und seine Gefährdung, Formen der Gefährdung, fachliche Verantwortung und Rolle der InsErFa aus rechtlicher
  Sicht)
  Referentin: Petra Küllmei

Modul II:
• Kindeswohlgefährdung aus ärztlicher und psychologischer Sicht – Einblick in die ärztliche und psychologische
  Gutachtenerstellung, Dokumentation, Begutachtung, Handlungsoptionen, Opferperspektiven, Täterperspektiven
  Referenten: Dr. med. Norbert Beck, Dr. Kathrin Stoltze

• Rolle und Funktion der InsErFa/Anforderungen – Kindeswohl und Formen der Gefährdung wie Vernachlässigung,
  physische/psychische Misshandlung, häusliche Gewalt, sexueller Missbrauch; Risikoeinschätzung,
  spezielle Probleme bei der Einschätzung; Opferperspektiven, Täterperspektiven; Dokumentation
  Referenten: Hendrik Möser, Sebastian Schwerdfeger

Modul III:
• Fallmanagement – Recht im Speziellen – Fälle aus der Praxis/Falleinschätzung, Handlungsoptionen/Intervention
  und Dokumentation, Gerichtsbarkeit (Familiengericht)
  Referentin: Petra Küllmei

• Fallmanagement – Beobachtung, Gefährdungseinschätzung, spezielle Probleme bei der Einschätzung, adäquates
  Handeln/Intervention; Kooperation mit verschiedenen Fachdiensten, Standards in Bezug auf Vorgehen bei
  Anfangsverdacht und begründetem Verdacht; Hilfen für das Kind; Dokumentation
  Referenten: Hendrik Möser, Sebastian Schwerdfeger

Modul IV:
• Konfrontationsgespräche bei Kindeswohlgefährdung – Gesprächsführung und Selbstmanagement;
  Gesprächssituationen mit Eltern, den betroffenen Kindern und Jugendlichen selbst sowie deren Geschwistern;
  Methoden; Chancen und Grenzen; Selbstschutz und Vertrauen
  Referent: Hendrik Möser/Sebastian Schwerdfeger

Modul V:
• Kooperation/Vernetzung – innerhalb der Einrichtung (von den unmittelbaren Kollegen bis hin zum Träger) sowie
  außerhalb mit Dritten (Beratungsstellen, Fachdienste, Familiengericht, Ämter usw.)
  Referenten: Sebastian Schwerdfeger sowie Vertreter/Mitarbeiter diverser Institutionen
  (KIMA, FS Wildwasser u. a.)

• Supervision/Abschlussrunde
  Referent: Hendrik Möser


Abschlussprüfung zum Erhalt eines Zertifikates:
• Prüfung – jeder Prüfling erhält ein Fallbeispiel zur Bearbeitung (Vorbereitungszeit 30 min.), Prüfungssituation besteht
  aus der Vorstellung des Falls sowie der Darstellung der daraus abgeleiteten Handlungsoptionen und Intervention vor
  der Gruppe mit kurzer Diskussion (da sich die Methode der Fallarbeit durch den gesamtem Kurs zieht, ist diese Form
  der Prüfung für die Teilnehmenden keine unbekannte Situation)
  Prüfer: Hendrik Möser und Sybille Pfitzner

Abschluss:
Der Kurs schließt nach vollständigem Absolvieren der 5 Module mit einer Teilnehmerbescheinigung. Dies gilt als Voraussetzung an der Teilnahme zur Prüfung um das Zertifikat

„Kinderschutzfachkraft/Die insoweit erfahrene Fachkraft nach SGB VIII §§ 8a, b und § 4 KKG“
zu erhalten. Einzelfallentscheidungen bei Fehlen eines Kurstages bleiben dem Bildungswerk vorbehalten.

Die zusätzliche Teilnahme am Zertifikatskurs:
„Kinderschutzfachkraft//Die insoweit erfahrene Fachkraft nach SGB VIII §§ 8a, b und § 4KKG – Spezialisierung für die sexualpädagogische Intervention bei sexuell grenzverletzendem Verhalten/sexuellem Missbrauch“

führt
zum Gesamtzertifikat:
„Kinderschutzfachkraft/Die insoweit erfahrene Fachkraft nach SGB VIII §§ 8a, b und § 4KKG – Intervention bei Vernachlässigung, häuslicher Gewalt, Misshandlung und sexuellem Missbrauch“

Referenten:

Hendrik Möser – Dipl. Pädagoge, system. Familientherapeut (SG), system. Supervisor (SG), system. Kinder- und Jugendlichentherapeut (SG), Traumapädagoge/Traumaberater

Sebastian Schwerdfeger – Psychologe, systemischer Berater, system. Therapeut/Familientherapeut, therapeutische Begleitung von Kindern/Jugendlichen/Erwachsenen, Fachbegleitung und Coaching von Teams und Führungskräften

Petra Küllmei – Fachanwältin Familienrecht, Schwerpunkt Strafrecht/Opferschutz

Dr. Norbert Beck – Facharzt für Rechtsmedizin, Opferambulanz des Instituts für Rechtsmedizin der OvGU Magdeburg

Dr. Kathrin Stoltze – Dipl. Psychologin, psychol. Psychotherapeutin, system. Therapeutin/Kinder- und Jugendlichentherapeutin, Supervisorin; Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst des Gesundheitsamts Magdeburg

Sina Schwerdfeger – Dipl. Sozialarbeiterin, Kinderschutzfachkraft; Leitende Sozialarbeiterin im Jugendamt Magdeburg im Bereich persönliche Hilfen                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                            

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                     


 

                   

 


































Termin
09.03.2017
-
10.03.2017
09:00 - 16:00
06.04.2017
09:30 - 16:30
07.04.2017
-
11.-12.05.2017
-
13.-14.06.2017
-
17.-18.08.2017
-
21.09.2017
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Seminar-Nr.
3B-007-17K
Referenten

Dr. Kathrin Stoltze Dipl. Psychologin, psychologische Psychotherapeutin, system. Kinder- und Jugendlichen-Therapeutin, Supervisorin

Dr. Norbert Beck Facharzt für Rechtsmedizin, Opferambulanz des Instituts für Rechtsmedizin der OvGU Magdeburg

Sina Schwerdfeger Dipl. Soz.-Päd., Kinderschutzfachkraft

Sebastian Schwerdfeger Psychologe, System. Berater/Familientherapeut und Coach

Hendrik Möser Dipl.-Päd., System. Therapeut, Supervisor, Kinder- und Jugendlichentherapeut (SG), Traumapädagoge, Sexualtherapeut

Petra Küllmei Fachanwältin Familienrecht, Schwerpunkt Strafrecht/Opferschutz

Ort
PBW GmbH Magdeburg
Gebühr
895,- Euro pro Teilnehmer für Mitglieder des PARITÄTISCHEN zzgl. der Prüfungsgebühr von 75,- Euro (955,- Euro pro Teilnehmer für Nichtmitglieder des PARITÄTISCHEN zzgl. der Prüfungsgebühr von 75,- Euro)
Bemerkungen
Dieses Seminar ist für Bildungsurlaub in Sachsen-Anhalt anerkannt.


Die Teilnehmer*innen erhalten nach vollständigen Absolvieren aller Module und der Prüfung ein Zertifikat.

Dieses Seminar kann nicht mehr gebucht werden.